Öffentlichkeitsarbeit

Volkstimme, 28.04.2016



MDR aktuell, 2.11.2016

Hier ist ein Statement des Vorsitzenden des Landesverbandes Sachsen-Anhalt, Herrn Michael Franz, zu den neuen Fachlehrplänen zur Verbesserung des Geschichtswissens bei Schülerinnen und Schülern zum Thema1989/90 zu hören.

 


Der Fachtag zum Thema "Umgang mit mein Kampf", 23.11.2017

Der Umgang mit Hitlers „Mein Kampf“ in der historisch-politischen Bildungsarbeit stand im Mittelpunkt des Fachtages vom 23.11.2017 für Geschichtslehrerinnen und Geschichtslehrer sowie Mitarbeiter von Gedenkstätten und Bildungsträgern in der Landeszentrale für politische Bildung. Dazu waren Dr. Thomas Vordermayer, einer der Herausgeber der kritischen Edition, sowie Prof. Ulrich Baumgärtner, Autor einer pädagogischen Handreichung zum Thema (beide aus München) und Herr Michael Franz (Vorsitzender des Geschichtslehrerverbandes Sachsen-Anhalt und Frau Janine Bartz (Stellvertretende Vorsitzende des Geschichtslehrerverbandes Sachsen-Anhalt), nach Magdeburg gekommen.

Zwar habe sich die Aufregung um die Anfang 2016 erstmals erschienene kritische Edition von Hitlers „Mein Kampf“ inzwischen gelegt, erläuterte der Mitherausgeber in seiner Einführung. Dennoch sei es wichtig, sich mit der Propagandaschrift des Nationalsozialismus und ihren Hintergründen auseinanderzusetzen. Dazu beleuchtete der Münchener Historiker die Entstehung von Hitlers Hetzschrift und gab einen Einblick in die Arbeit bei der kritischen Edition. So sei ganz bewusst auf den Gesamttext der Erstausgabe von 1925/1927 zurückgegriffen worden und nicht nur auf einzelne Passagen, um möglichen Verschwörungstheorien zuvorzukommen. „Wir wollten den Text ernst nehmen und ausführlich kommentieren, um immer auch den Kontext aufzuzeigen, Fehler und bewusst verzerrte Darstellungen zu korrigieren und die ideengeschichtlichen Wurzeln zu benennen“, so Thomas Vordermayer. Ziel sei dabei nicht nur eine Edition für Spezialisten und Experten gewesen. 
Wie mit dem Buch bereits in der Schule gearbeitet werden kann, diese Frage beleuchtete dann sein Münchener Kollege, Prof. Baumgärtner. Schon heute seien Auszüge Teil des Geschichtsunterrichtes, erklärte der zentrale Fachberater für die Seminarausbildung im Fach Geschichte in Bayern sowie Professor für Didaktik der Geschichte an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Allerdings entfalle vergleichsweise wenige Zeit auf die Beschäftigung mit dem Text. Er empfahl den Pädagogen gleichwohl, sich intensiv mit einer der zentralen Quellen des Nationalsozialismus auseinanderzusetzen. Dabei sah er auch nicht die Gefahr, dass die NS-Ideologie verstärkt werden könnte. Zwar fänden sich in dem Text gefährliche Deutungsmuster, z. B. im Blick auf die Bewertung der Presse (Stichwort Lügenpresse) oder die Bewertung von Gewalt. Dennoch könne durch die Beschäftigung mit der Propagandaschrift deutlich werden, wie menschenverachtend dieses Buch und die dahinter stehende Ideologie sei, unterstrich der Referent. 
In drei Workshops konnten die Impulse aus den Vorträgen schließlich vertieft werden. Neben dem Umgang mit „Mein Kampf“ im Geschichtsunterricht ging es auch um den Einsatz von audiovisuellen Medien (Podcasts) im Unterricht oder die Chancen von Gedenkstättenfahrten in der Bildungsarbeit. Hier lieferten der Vorsitzende des Geschichtslehrerverbandes in Sachsen-Anhalt und seine Stellvertreterin, Michael Franz und Janine Bartz, die Impulse. Bei den Geschichtslehrern stieß das Angebot jedenfalls auf großes Interesse. „Gut, dass wir hier so kompakte Anregungen erhalten haben“, erklärte eine der Pädagoginnen nach dem Fachtag.